Priv. Doz. Dr. med. Dipl.-Chem. Wilfried P. Bieger

Lieber Herr Schilling,

wir kennen uns nun seit 2004, es ist Zeit ein Resümee zu ziehen.

Ihr neu entwickeltes, wissenschaftlich geprüftes Trainingskonzept (der „GONK“-Effekt), das Sie jetzt in den USA veröffentlichen und in Ihren Schmauen-Seminaren in München schon so erfolgreich präsentieren, ist die richtige Gelegenheit dazu.

Wir haben in diesen Jahren so viel voneinander gelernt – Ich über Selbstdisziplin, unstillbare Neugier, schauspielerischen Elan, Leidenschaft, Begeisterung, Empathie und – natürlich über das Schmauen, über das enorme Potential scheinbar unbedeutender Erfahrungen; Sie über die Verbindung von Praxis und Theorie, Beobachtung und Wissen.

Es ist allein Ihr Verdienst, dass Sie einen Edelstein gefunden haben, der so sehr gesucht wird – aber bis heute nicht richtig wahrgenommen wird. Ihre Entdeckung – das genussvolle Schmauen – ist ein besonders eindrucksvolles Beispiel dafür, in welche Verlegenheit die Medizin durch die fortschreitende Technisierung und Spezialisierung geraten ist. Beobachtung und Erfahrung werden durch Technik verdrängt, die Spezialisierung verstellt immer mehr den Blick für das Ganze, der Mensch wird nur noch als Summe von Organen wahrgenommen. Dabei rollt eine Lawine unaufhörlich auf uns zu, die alle Dimensionen medizinischer Möglichkeiten sprengt und in Praxis und Forschung nahezu unlösbare Probleme auftürmt – die unaufhaltsame Gewichtszunahme der Bevölkerung in allen Industriestaaten (auch in den Entwicklungs- und Schwellenländern), die eine enorme Zahl von gesundheitlichen Risiken und chronischen Erkrankungen nach sich zieht bzw. begünstigt: Arteriosklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall, Adipositas, Diabetes mellitus, Niereninsuffizienz, Gicht, frühzeitigen Wirbelsäulen- und Gelenkverschleiß, Osteoporose, Allergien, chronische Infektionen, Krebserkrankungen, Depressionen, Alzheimer.

 

Ich habe selbst lange gebraucht, um den eminenten Wert des von Ihnen entwickelten Schmauens zu erkennen. Anfangs hielt ich es für eine nette aber eher medizinisch unbedeutende Idee, durch simple und doch filigrane Abwandlung des Kauens einen nachhaltigen Effekt auf den Stoffwechsel zu erreichen. Die Schilderung Ihrer eigenen Entwicklung hat mich dann jedoch neugierig gemacht:

Mehr als 30 kg Gewichtsabnahme in wenigen Jahren, konstantes Gewicht ohne Anstrengung seit vielen Jahren, hohe körperliche Fitness, Genießen ohne Reue, zu schön um wahr zu sein?!

Dann haben Sie mich jedoch überredet, eine Studie über die Wirksamkeit des Schmauens zu machen – mit erstaunlichen Ergebnissen: Beim genussvollen Schmauen war – im Gegensatz zum normalen Kauen – der Blutzuckeranstieg signifikant geringer, auch die Insulin-Sekretionskurve war flacher, sowohl bei normal,  als auch bei übergewichtigen Teilnehmern mit ausgeprägter Insulinresistenz. Frappierend waren dann jedoch die Zahlen bei den „Schmau“-erfahrenen Probanden. Ihre Blutzuckerwerte stiegen in beiden Fällen deutlich geringer an, ihre Insulinausgangs- und Spitzenwerte waren wesentlich niedriger als bei den Normalessern.

Also hat Schmauen nicht nur kurzzeitige Effekte, es bewirkt vielmehr offensichtlich anhaltende, dauerhafte Stoffwechselveränderungen. Selbst schnelles Essen bewirkt mit der filigranen Technik des Schmauens nur positiven Einfluss auf die Verdauungs-, Assimilations- und hormonalen Prozesse.

 

Zuletzt habe ich dann Bekanntschaft gemacht mit Ihren eigenen Blutwerten, den Blutwerten des langjährigen „Schmauers“ Jürgen Schilling.

Das war nun wirklich kaum glaublich: Insulinwerte – so makellos, so perfekt, so vollkommen wie ich sie überhaupt noch nie gesehen habe, nüchtern unter der Nachweisgrenze – das gleiche bei Proinsulin oder C-Peptid. Ausdruck einer unerreichten, geradezu idealen Insulinsensitivität/Insulinwirksamkeit und Stoffwechselbalance mit minimalstem Regulationsaufwand. Auch die beiden Stellglieder der Appetitregulation, Leptin und Adiponectin, waren ungewöhnlich messbar. Leptin war optimal niedrig, Adiponectin  im Gegenzug herausragend hoch. Nach einer Kohlenhydratmahlzeit fast unverändert niedriges Insulin, nur geringer Blutzuckeranstieg, optimal reaktives Glukagon, dazu ideale Blutfette, vorbildliche Cholesterinwerte, jungfräuliche Arterien, niedriger Blutdruck.

Es dürfte kaum andere Konstellationen geben, bei denen eine „Diät“ zu derart optimaler Stoffwechseleinstellung führt. Keine der vielen, derzeit propagierten Ernährungsformen erzielt auch nur annähernd adäquate Ergebnisse.

Dazu kommt, dass nicht nur die Stoffwechselregulation durch Schmauen optimiert wird, sondern auch die Stressadaptation und der Sexualstatus:

Kortisol, das wichtigste Stresshormon, aber auch Risikohormon, fand sich deutlich niedriger im Tagesverlauf! Die Androgene dagegen waren signifikant höher als im Altersvergleich. Die „Anti-Aging“-Substanz Pregnenolon wurde bei Ihnen ungewöhnlich hoch gemessen: 2337,4 ng/dl (Normalwert: 200 – 800 ng/dl). Pregnenolon stellt die Muttersubstanz von Sexualhormonen (Östrogen, Testosteron) dar. Pregnenolon gilt, ähnlich wie DHEA, als „Jungbrunnen“-Hormon und auch als Powerhormon für bessere Hirn- und Gedächtnisleistungen. Auch Ihr Testosteron wurde ungewöhnlich hoch gemessen mit 17,72 pg/ml (Normalwert: 2,6 – 9,8 pg/ml).

 

Wie ist das zu erklären?

Kortisol wirkt hemmend auf andere Hormonsysteme der Schilddrüse und der Sexualorgane. Niedrigeres Kortisol begünstigt die Schilddrüsen- und die Nebennierenfunktion. Dazu kommt, dass die bei „Schmauern“ geringere Fettmasse die Umwandlung von Testosteron in Östrogen reduziert, damit höhere Testosteronwerte konserviert.

Schmauen ist also nicht nur für den Stoffwechsel sondern auch für die Vitalität und Sexualität äußerst wertvoll. Man kann sagen, dass die positive Wechselwirkung von Schmauen und niedrigem Insulin zu einer Harmonisierung und „Verjüngung“ des weiblichen wie männlichen Hormonshaushalts – auch des Sexualhormonshaushalts – führt.

Warum findet diese herausragende und simple Verfahrensweise des Schmauens, die mit minimalem Training und mit enormer Genusssteigerung sofort erlernbar ist, warum findet sie in der Medizinischen Forschung nicht noch viel mehr Gehör?

Für die Medizin ist die Methode vermutlich zu unspektakulär, sie bedarf weder der Molekularbiologie, der Genetik oder gar der Stammzellen-Forschung und ist damit kaum förderungswürdig. Aber Schmauen hilft den Menschen. Schmauen hilft definitiv bei Stoffwechsel-Erkrankungen, Verdauungs- und Essstörungen, Über- und Untergewicht,  wie die zwei Jahrzehnte lange herausragende Kasuistik eindeutig belegt und wie man es auch im Gästebuch Ihrer Homepage www.schmauen.de sehr eindrucksvoll nachlesen kann.

Ohne Zweifel ist Schmauen der optimale Weg zur Prävention aller großen Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Arteriosklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall, Adipositas, Diabetes mellitus, Niereninsuffizienz, Gicht, Wirbelsäulen- und Gelenkverschleiß, Osteoporose, Allergien, Chronischen Infektionen, Depressionen, Alzheimer und Krebs.

Alle diese Krankheiten verlieren ihren Schrecken durch die völlig neuen Glücksgefühle beim Essen und Trinken. Schmauen ist auch eine wirksame Anti-Stress-Therapie, beste Burnout-Prävention, das gesündeste und wirkungsvollste Facelifting, ein körpereigener Jungbrunnen, Anti-Aging-Pur.

Lieber Herr Schilling, ich bin sicher, dass Ihr neues, wissenschaftliches Trainingskonzept über das genussvolle Schmauen, mit dem Sie jetzt bestimmt auch in den USA Furore machen werden und das Sie in Ihren Seminaren in München ja schon überaus erfolgreich darbieten, weiterhin die Barrieren einreißen kann und dem Schmauen seinen angemessenen Platz in unserem Gesundheitswesen und in der Medizin für immer sichern wird.

Ich wünsche Ihnen dazu sehr herzlich viel Erfolg!!!

Ihr

Wilfried Bieger

 

Arzt für Laboratoriumsdiagnostik

Schwerpunkte: Klinische Immunologie

Hormonsystem – Stressmedizin – Präventivmedizin

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