Dr. med. Franz Werner Olbertz

„Der Schauspieler, Buchautor, Entertainer und Lifestyle-Coach Jürgen Schilling scheint ihn gefunden zu haben: Den Stein der Weisen! Was er herausfand, ist sowohl in seiner Einfachheit als auch in seiner Genialität mit dem Ei des Columbus zu vergleichen. Durch Wieder-Erziehung des Kau-Schmeck-Sinnes wird gespeist statt geschlungen. Dies hat enorme Auswirkungen: Die Speisen werden physiologisch „aufgeschlossen“ einverleibt und stärken, ja vervollkommnen die nachfolgenden Verdauungs- und Assimilationsprozesse.

Der sensible Münchner Künstler Jürgen Schilling bestätigt damit nach fast 100 Jahren den Leitsatz des handfesten Berliner Chirurgen August Bier: „Der Darm ist die Wurzel des Lebens“ und dies, ohne sich primär in die vielschichtige Literatur der Ernährungswissenschaft eingelesen zu haben. Im Gegenteil: Er litt, suchte, fand, erkannte und handelte. Einfacher und gleichzeitig überzeugender kann keine auf alten Prinzipien beruhende und zu neuen Erkenntnissen führende Kausalkette beschaffen sein. Mit der Alternative „schmauen statt schlingen“ eröffnet Schilling neue Horizonte und löst verkrustete Dualitäten auf: Zum einen stellt seine Schmau-Aufforderung (d.h. Konzentration auf das Wesentliche) einen Appell dar, die schnelllebige, verschlingende Wegwerfmentalität als selbstzerstörerisch zu erkennen und aufzugeben. Zu diesem sozialphilosophischen Aspekt gesellt sich noch eine weitere Dimension. Die alte, konfrontative Dualität „Soma oder Psyche“ löst sich auf. Die unabdingbare, gegenseitige Bezogenheit dieser beiden Instanzen wird in dem Schilling’schen System offenbar: Nur wer sich gesunde Ernährung in physiologisch korrekter Weise (schmauen statt schlingen) ein-verleibt, pflegt durch Genuss und Lustempfinden seine Psyche. Andererseits: Nur wer psychisch stabil ist und Zugang zu wahrer Selbst-Liebe gefunden hat, bringt die Kraft auf, gegen die Fast-Food-Mentalität an-zu-schmauen.

Das Schönste an Schillings Schmauen: Es macht Spaß, erhöht den Genuss und steigert die Lusterfahrung. Die mittelalterliche Verzichtära quälender Diäten kann verlassen werden, um in barocker Lebensfreude das eigene Wunschgewicht zu er-schmauen. Von größter Bedeutung erachte ich jedoch die mentale Haltung des Autors: Nicht missionarisch-besserwisserisch trägt er seine Erkenntnisse vor; er wirkt eher wie ein engagierter Spaßvogel, der seine Mitmenschen durch das Praktizieren eines physiologischen Faktums zur Teilhabe an einer bedeutsamen Wahrheit und Verbesserung ihrer Gesundheit verführen will. Wer ihn erlebt, ist beeindruckt von der Art, wie der schauspielende Ernährungs-Rouseau schillernd die Schau einzusetzen vermag, um spielerisch die Neugier auf orgiastische Geschmacksempfindungen zu wecken. Mögen möglichst viele Leser das Buch „Kau Dich gesund!“ verschlingen, um fortan schmauend ihre irdischen Triebe in den Empfindungen ihrer Geschmacksknospen genussreich sublimieren zu können. Wer noch dazu die Chance hat, zu erleben, wie der (K)autor Jürgen Schilling mit Witz, Pfiff und Engagement seine Entdeckung des schmeckenden Kauens in der „SchmauenSchau“ als Gesundheitsförderung zum Besten gibt,  sollte sich dieses eindrucksvolle Erlebnis nicht entgehen lassen.“

Dr. med. Franz Werner Olbertz, Frauenarzt und Psychotherapeut, München

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